Drohnenlinie 2019

Drohnenlinie Annaburger Heide 2019

Stammbaum der Bienenköniginn B84(DSU)

Für das Jahr 2019 wurde als Drohnenlinie die B84(DSU) ausgwählt

BUCKFAST Breede

B84(DSU)=  
.17-B469(LS) x oie B325(LS):
.15-B48(MM) x bal B69(TR):
.13-B12(MKK) x bal B47(MKK):
.11-ST114 x alr SS324: etc.

 

 

Breeder Birth Pedigree Eval. Vitality of Temper Swarm. Ferti- Crop Over­win- Building Varroa HYG+
number year of queen year bees brood of bees tend­ency lity Early Summ. Late tering Combs Propol. num­ber VSH+ after 24 h
B84(DSU) .17 B469(LS) × B325(LS) 2018 6
6
5 6   5   5 6 5 6    5    5   4 not testet
100%

 

Die B84(DSU) ist eine Königin aus der Kreuzung zweier Anatolierimporte. Die Urmütter dieser beiden Linien sind eine Sinop 62 und ein späterer Import eine Cangierie 97. Die Mutter der B84 ist die B469(LS) die 2017 uns von Stefan Luff als Drohnenlinie, für die Annaburger Heide  zur Verfügung gestellt wurde. Von dieser Zuchtmutter wurden viele Königinnen nachgezogen und auf verschiedenen Belegstellen angepaart. Dabei hat sich besonders die Anpaarung auf der Greifswalder Oie als vielversprechende Kreuzung hervorgehoben.


Die bereits hervorragenden Eigenschaften der B469(LS) (Old Buckfastlinie) konnten durch die Anpaarung mit der ebenfalls aus der Zucht von Stefan Luff stammenden Jungen und extrem vitalen B325(LS) besonders in der Langlebigkeit verbessert werden. Das zeigt sich vor allem in extrem starken Völkern. So füllte die B84(DSU) problemlos 7 Honigräume mit Bienen und der Brutraum quoll immer noch von Bienen über. Was zu unserer Beurteilung von 6 in der Vitalität der Bienen und Brut führte. Die Königin wurde im Brutraum auf 12 Brutwaben ( ohne angepassten Brutraum) geführt. Zum Ende der Frühtracht waren 10 volle Brutwaben vorhanden was die extreme Fruchtbarkeit dieser Königinn zeigt. Ein Ergebnis der Anpaarung, in der Mutterlinie auf Baltrum, mit einer sehr brutstarken B69(TR), die von einer ehemaligen Ligustikalinie ausgeht.
Diese starke Bruttätigkeit führte aber in keinster Weise zu Schwarmdentenzen, auch nicht bei den Geschwisterköniginnen, es wurde nicht eine Schwarzelle angezogen, das veranlasste uns die Schwarmneigung mit 6 zu Beurteilen.

Die Sanftmut konnten wir dagegen nur mit 5 Beurteilen. Die Bearbeitung der B84 und ihrer Geschwisterköniginnen kann das ganze Jahr über ohne Rauch erfolgen, kleine Rauchstöße lassen die Bienen sofort in den Wabengassen verschwinden. Das aufstellen des Smokers auf der Nachbarbeute reicht aus um dieses Zurückziehen zu erreichen.

Aber bei einsetzender Dunkelheit und öffnen der Beute kommt es zum Auffliegen einzelner Bienen die zwar schnell wieder im Flugloch verschwinden, die Bearbeitung aber verzögern. Dieses ist besonders ab Temperaturen unterhalb von 16° C zu beobachten. Diese Temperaturempfindlichkeit rührt aus der Anpaarung der B325(LS), denn bei der B469(LS) konte es nicht beobachtet werden.

Der Wabenbau wurde von uns mit 5 Beurteilt, da diese Königin zwar das Zellenmaß 5,1mm gut ausbaut aber bei 4,9mm Zellenmaß Fehlbau auf der Wabe hat. Propolis wird im Frühjahr so gut wie keines verwendet, mit zunehmender Jahreszeit steigt die Verwendung immer mehr an, ohne aber übermäßig zu sein.

Resultierend auf einem hohen Brutdurchsatz und einer sehr hohen Fruchtbarkeit lag der Varroamilbenbefall bei der B84 etwas zu hoch, ohne das sichtbare Schäden vorhanden waren. Im Brutbild konnten Ansätze vom Ausräumverhalten und gelegtlich Puppen vor dem Flugloch beobachtet werden. In der Beurteilung reicht das trotzdem nur für eine 4 in der Varroa Beurteilung. Die Königinn wurde nicht auf VSH Eigenschaften getestet. Das bleibt für 2019 den Töchtern dieser Linie vorbehalten.

Das Hygieneverhalten wurden mit dem Nadelstichverfahren im Blühmchenmuster beurteilt. Das Vorgehen ist dem üblichen Verfahren gegenüber etwas abgewandelt. Beim stehen der Zellen wird nicht durch den Zelldeckel gestochen. Sondern ausgehend von der mittleren Zelle im schrägen Winkel nach außen, so entsteht keine Beschädigung des Zelldeckels der abgetöteten Puppe. Die über die ganze Wabe verteilten toten Puppen erzeugen nach meier Meinung, einen geringeren Putztrieb wie massiv auf einer Stelle angehäufte tote Puppen. Bei dem insgesamt dreimal durgeführten Test wurden 100% der toten Puppen ausgeräumt.  

Der Sammeleifer und die Findigkeit dieser Bienen sind sehr gut ausgeprägt, was einen entsprechenden Honigertrag begünstigt, der 2018 bei 123% des Standdurchschnittsertrages lag (32 Vergleichsvölker). Gerade in erwerbswirtschaftlich orientierten Imkereien ist der Honigertrag ein entscheidendes Kriterium. Und diese ganze Geschwistergruppe schleppte so richtig viel Honig. B84 den meisten Honig von allen. Es war eine wahre Freude! Honigräume drauf und keine Schwarmkontrolle nötig!

 

Imkern wie es sein soll

Dietmar Uhlemann
Januar 2019